Montag, 25. Juli 2011

Rosenwurz Wirkung / Wissenswertes

 Wirkung

In Russland und Skandinavien wurde der Rhodiola rosea-Extrakt über 35 Jahre lang intensiv auf seine möglichen Wirkungen hin untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass er geistigen und körperlichen Stress verringert. Der Extrakt beeinflusst Signalstoffe der Nervenzellen, das zentrale Nervensystem und die Herzfunktion. Außerdem scheint Rhodiola rosea den Transport von Signalstoffen im Gehirn zu erleichtern.

- Zentrales Nervensystem
Rhodiola rosea schützt die Zellen vor dem Angriff freier Radikale. Dies hat auch einen Einfluss auf das Nervensystem. Stress greift in die Erinnerungsfunktionen ein und erzeugt über längere Zeit Schädigungen im Erinnerungssystem. Rhodiola rosea stimuliert verschiedene Signalsubstanzen der Nervenzellen. Dadurch werden Wahrnehmung, Lern- und Erinnerungsfähigkeit verbessert.
- Die anregenden Wirkungen der Pflanze auf die Psyche wurden an 53 gesunden Testpersonen sowie an 412 Patienten mit geistigen Störungen (Neurosen) und allgemeiner körperlicher und geistiger Schwäche untersucht. Die Behandlungsdauer reichte von 10 Tagen bis zu 4 Monaten, die Dosierung betrug dreimal täglich 50 mg Rhodiola rosea. Daraufhin besserten sich die Beschwerden.
- In einer offenen Studie an 128 Patienten linderte Rhodiola rosea bei 64% der Personen Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Schwäche sowie andere Beschwerden des vegetativen Nervensystems.
- Rhodiola rosea wirkte sich auch vorteilhaft bei Gehirnverletzungen aus, besonders in Kombination mit Piracetam (einem Medikament, das die Hirnleistung bei Altersdemenz verbessern soll). Rhodiola rosea kann jedoch bestimmte Erscheinungen geistiger Erkrankungen (manische Symptome) nicht verringern; auf der anderen Seite kann die Pflanze Wahnzustände (paranoide Zustände) verschlechtern.
- Rhodiola rosea bewirkte in Kombination mit speziellen Medikamenten (tricyclischen Antidepressiva) bei depressiven Patienten eine Verbesserung der Beschwerden und verringerte die Nebenwirkungen dieser Medikamente.
- Bei der medikamentösen Behandlung von Schizophrenie können möglicherweise dieselben Nerven, die bei Patienten mit Parkinson-Krankheit beschädigt sind, betroffen sein. In diesem Fall entwickeln die Patienten Parkinson-ähnliche Symptome mit Steifheit, Zittern und langsamen Bewegungen. Zur Linderung dieser Beschwerden kann Rhodiola rosea eingesetzt werden, v.a. wenn übliche Medikamente nicht wirken.

- Steigerung der Leistungsfähigkeit
- An Ratten erhöhte die Gabe von Rhodiola rosea-Extrakt teilweise die Lern- und Erinnerungsfähigkeit.
- An 56 gesunden Ärzten und Ärztinnen im Nachtdienst wurde 14 Tage lang die Wirkung einer täglichen Einnahme von 170 mg Rhodiola rosea-Extrakt auf geistige Leistungsfähigkeit und Müdigkeit untersucht. Bei Denksportaufgaben wurde eine erhebliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit durch Rhodiola rosea-Gabe nachgewiesen. Nach 6 Wochen verschwand dieser positive Effekt. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Rhodiola rosea-Extrakt vorübergehend eine stressbedingte Müdigkeit verringern kann.
- In einer russischen Studie wurde die Wirkung von 100 mg Rhodiola rosea-Extrakt pro Tag oder einem Scheinpräparat (Placebo) auf die Leistungsfähigkeit von ausländischen Medizinstudenten während der Examenszeit untersucht. Das allgemeinen Wohlbefinden und die körperliche Fitness wurden in der Rhodiola rosea-Gruppe verbessert. Geistige Ermüdung und Schlafbedürfnis waren bei diesen Studenten geringer als in der Vergleichsgruppe. Auch die Examensnoten bei der Rhodiola rosea-Gruppe waren im Durchschnitt etwas besser.
-In einer klinischen Studie an 161 Kadetten wirkte Rhodiola rosea-Extrakt ebenfalls gegen Müdigkeit.
-In einer weiteren klinischen Studie an jungen gesunden Testpersonen wurde die Einnahme von 200 mg Rhodiola rosea-Extrakt (der 3 % Rosavin und 1 % Salidrosid enthielt) auf körperliche Belastung, Muskelkraft, Geschwindigkeit der Gliederbewegung, Reaktionszeit und Aufmerksamkeit untersucht. Die akute Einnahme von Rhodiola rosea erhöhte Ausdauer und Belastbarkeit.
- 42 Biathleten, die 30 – 60 Minuten vor ihrem Skirennen Rhodiola rosea-Extrakt einnahmen, wiesen eine bessere Zielgenauigkeit und ein geringeres Armzittern auf.

- Herz / Kreislauf
Rhodiola rosea wirkte in Tierversuchen gegen Fehlfunktionen des Herzgewebes, die durch Stress ausgelöst wurden. Bei Ratten führt eine plötzliche Abkühlung normalerweise dazu, dass sich der Herzmuskel nur noch schwer zusammenziehen kann. Diese Fähigkeit wird teilweise während der ersten 18 Stunden nach dem Kältestress wieder zurück gewonnen. Die Vorbehandlung mit Rhodiola rosea scheint sich auf diese Art von Stress positiv auszuwirken. Bei mit Rhodiola vorbehandelten Ratten zog sich der Herzmuskel bei plötzlicher Abkühlung besser zusammen.

- Leber
An Ratten, die durch eine Vergiftung an einer Leberentzündung erkrankten, zeigte ein wässriger Rhodiola rosea-Extrakt leberschützende Eigenschaften. Dies zeigte sich an normalen Konzentrationen der Leberenzyme im Blut.

- Hormonelle Wirkung
- 40 Frauen ohne Monatsblutung (= Amenorrhoe) nahmen entweder zweimal am Tag oral je 100 mg Rhodiola rosea-Extrakt ein oder intramuskulär 1 ml Rhodosin. Die normale Regelblutung wurde bei 25 Frauen wieder hergestellt, 11 von ihnen wurden schwanger. Bei Frauen mit normaler Regelblutung vergrößerte sich nach der Rhodiola rosea-Behandlung die mittlere Länge der Gebärmutterhöhle von 5,5 cm auf 7,0 cm (= normal).
- Auch in Einzelfällen wurden Frauen, bei denen mit üblichen Medikamente keine Schwangerschaft eintrat, mit Rhodiola rosea erfolgreich behandelt. Hier fehlen jedoch noch klinische Studien.
- Bei 26 von 35 Männern mit Erektionsstörung und vorzeitiger Ejakulation verbesserte sich nach Einnahme von Rhodiola rosea (150 – 200 mg pro Tag über 3 Monate) die Sexualfunktion, und die Prostata-Flüssigkeit normalisierte sich.

- Krebserkrankung
Bisher wurde die Krebsforschung mit Rhodiola rosea nur an Tieren durchgeführt. Bei Tumor-Ratten hemmte die Einnahme von Rhodiola rosea-Extrakt das Tumorwachstum, verringerte das Auftreten von Metastasen (Tochtergeschwüren) in der Leber und erhöhte die Lebenszeit. Die Kombination von Rhodiola rosea mit Cyclophosphamid (Medikament gegen Krebs) verstärkte die Wirkung gegen Metastasen.

- Fallstudien
In Fallstudien wirkte Rhodiola rosea gegen folgende Symptome:
- depressive Erscheinungen
- geistige und körperliche Müdigkeit (zusätzlich zu psychiatrischen und medizinischen Bedingungen)
- Gedächtnisverlust und Wahrnehmungsstörungen
- Sexuelle Störung
- Störungen in den Wechseljahren

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